Leidenschaft für zwei Räder

Adamina Badzinska (33) machte ihr Hobby zum Beruf. Und seit ihrer Weiterbildung trägt die Zweiradmechanikermeisterin noch mehr Verantwortung in der Werkstatt.
Der Liebe wegen entschied sich die gebürtige Polin Adamina Badzinska für München als Lebensmittelpunkt. Hier machte sie in der Folge eine Ausbildung zur Zweiradmechanikerin mit dem Schwerpunkt Motorradtechnik – nach einer Neuordnung der Ausbildung lautet die Abschlussbezeichnung heute “Zweiradmechatronikerin der Fachrichtung Motorradtechnik”.
Sie wollte beruflich vorankommen und entschied sich daher nach einigen Jahren für die Meisterweiterbildung. Diese absolvierte sie gemeinsam mit weiteren 21 Teilnehmern im Haus mechanischer Metallhandwerke, kurz HAMEC, in Oberschleißheim. Über einen Zeitraum von einem Jahr absolvierte sie vier Unterrichtsblöcke, die jeweils zwischen vier und acht Wochen dauerten.
ÜBUNG MACHT DEN MEISTER – Im ersten und zweiten Teil des Vorbereitungslehrgangs standen Fachtheorie und Fachpraxis auf dem Lehrplan. In der Theorieschulung wurde ein weiter Bogen von technischer Mathematik über Werkstoffkunde bis hin zu Qualitätsmanagement und Verkehrssicherheit gespannt. “Im praktischen Teil probierten wir in der Werkstatt gruppenweise alle möglichen Arbeiten an Übungsgeräten aus, angefangen beim Entlüften des ABS-Systems über das Einspeichen von Fahrrädern bis hin zum Zerlegen eines Motors”, erinnert sich Adamina Badzinska. Im dritten und vierten Teil der Weiterbildung ging es um Buchführung, Betriebswirtschaftslehre und Arbeitspädagogik; darüber hinaus absolvierten die angehenden Meister den Ausbildereignungsschein.
Sonntags traf sie sich mit Mitschülern zum gemeinsamen Üben in der Werkstatt eines Kursteilnehmers. “Manchmal saßen wir bis tief in die Nacht zusammen. Der Austausch hat mir sehr viel gebracht”, sagt die Zweiradmechanikern, die von ihrem Arbeitgeber für die Kursphasen freigestellt wurde.
Die Kosten der Weiterbildung in Höhe von rund 7.000,00 € finanzierte sie zu einem Drittel mithilfe von Meister-BaföG, für den Rest nahm sie einen Kredit auf.
WARTEN, REPARIEREN, ZUSAMMENBAUEN – Bereits während der Weiterbildung übernahm Adamina Badzinska mehr Verantwortung in der Werkstatt ihres Arbeitgebers, dem Motorradhändler KTM München Nord. Während sie zuvor ausschließlich an den motorisierten Zweirädern – angefangen bei kleinen 125-Kubikzentimeter-Maschinen bis hin zu großen Tourenmotorrädern – schraubte, hat sie mittlerweile weitere Aufgaben: Sie leitet die Auszubildenden an und hilft den Mitarbeitern aus dem Verkauf bei technischen Kundenanfragen. Und sie ist stellvertretende Werkstattleiterin.
Die handwerkliche Arbeit an den Maschinen nimmt aber nach wie vor einen großen Teil ihrer Arbeitszeit ein. Morgens wirft sie zunächst einen Blick in den digitalen Kalender, in dem die tägliche Werkstattplanung samt den Aufträgen aus dem Verkauf einsehbar ist. Dann geht der Weg zu ihrem Arbeitsplatz mit eigener Hebebühne und Werkbank. Mal steht das Einbauen von Zubehör wie Zusatzscheinwerfern oder beheizten Sitzbänken an, mal Reparaturen an Benzinpumpen oder Wartungsarbeiten wie Ölwechsel. “Ich arbeite präzise meine Wartungschecklisten ab. Fehler darf ich mir nicht erlauben. Die Sicherheit des Kunden hat höchste Priorität”, betont sie. Fallen ihr bei der Wartung Sicherheitsprobleme an einer Maschine auf, kontaktiert sie telefonisch den Kunden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Alle Schritte dokumentiert sie sorgfältig.
Was sie für ihre berufliche Zukunft plant? “Interessant wäre zum Beispiel die Mitarbeit an Gutachten von Schadensfällen”, sagt die 33-Jährige.

Quelle: Aus: Infomappe durchstarten „14.0 Technik, Technologiefelder“ der Bundesagentur für Arbeit, 2016, Überblick: biz-medien.de